Kihon Bahnen: Die Linie verlassen

Kihon wird zumeist entweder stationär oder linear in Bahnen trainiert. So muss es aber nicht immer sein. Ohne aus der Reihe zu tanzen, wird die Linie der Kihon Bahn verlassen und so um eine Dimension bereichert.038 Kihon Bahnen

Stationäres Kihon

Stationäres Kihon Training meint, dass Ausgangsposition und Endposition einer Sequenz identisch sind. Dies ist offensichtlich der Fall, wenn Karatetechniken stehend z. B. in Shizentai ausgeführt werden. Der Klassiker sind Tsuki in Kiba-Dachi. Die Fortbewegung im Raum, wie beispielsweise ein Schritt vorwärts, kann, üblicherweise im geringen Umfang, auch in das stationäre Kihon Training integriert werden. Dann wird die überwundene Distanz durch eine rückwärts gewandte Bewegung wieder ausgeglichen. Stationäres Kihon Training ist insbesondere das Training der Wahl, wenn der zu Verfügung stehende Raum begrenzt ist oder die Komplexität der Bewegung reduziert werden soll.

Kihon Bahnen

Steht hingegen ausreichend Raum zu Verfügung, so dominieren hierzulande meist Kihon Bahnen als vorherrschende Übungsform. Dabei werden Karatetechniken ausgeführt, während eine Strecke linear zurückgelegt wird. Am Ende der Bahn wird gewendet, um die gleiche Stecke in der Vorwärtsbewegung zurück zu legen oder die Bahn ohne Wendung rückwärts absolviert. Typischerweise wird der Kihon Teil des Prüfungsprogramms vieler Verbände in Bahnen absolviert.

Die Linie verlassen

Die folgende Techniksequenz will nicht so recht auf die vorangegangene Beschreibung passen. Obgleich sie in Kihon Bahnen trainiert wird, unterscheidet sie sich in einer Besonderheit: Der Erweiterung, um eine zur Bahn senkrechten Dimension. Das dargestellt Schrittdiagramm veranschaulicht die im Titelbild bereits angedeuteten Richtungswechsel.

038 Enbusen Kihon Bahnen
Enbusen der Kihon Bahn
  1. Als Ausgangsstellung dient klassisch Zenkutsu-Dachi in Linksauslage mit Gedan-Barai.
  2. Während der linke Fuß auf der Stelle verweilt, das rechte Bein auf Höhe des linken Fußes nach rechts setzen. Dabei das linke Bein belasten und Kokutsu-Dachi mit Shuto-Uke einnehmen.
  3. Das vordere rechte Bein in Zenkutsu-Dachi umsetzten und mit links Nukite oder Gyaku-Zuki ausführen.
  4. Nun auf der Stelle um 180 Grad in Kokutsu-Dachi mit Shuto-Uke (gegen den Uhrzeigersinn) wenden. Dabei das rechte Bein belasten.
  5. Das vordere linke Bein in Zenkutsu-Dachi umsetzten und mit rechts Nukite oder Gyaku-Zuki ausführen.
  6. Mit dem hinterem rechten Bein 90 Grad nach rechts Yoko-Geri treten und in diese Richtung mit Gyaku-Mae-Empi-Uchi in Zenkutsu-Dachi in Rechtsauslage das Bein vorne absetzen.

Mit der letzten Bewegung der beschriebenen Bewegung wird die ursprüngliche Ausrichtung im Raum und damit die Rückkehr in die Linie wieder erreicht. Dabei wechselt die Auslage.

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

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